BOGEN · Achtseiter
Achtseiter falten: ein Zine aus einem einzigen Blatt
Acht Seiten, ein Blatt Papier, ein Schnitt in der Mitte. Kein Kleber, keine Klammern, kein Werkzeug außer einem Cutter und einem Lineal. Nach zehn Minuten hältst du ein Heft in der Hand — und wenn du willst, sind deine Fotos drin.
Wie der Achtseiter funktioniert
Ein Blatt wird durch zwei Falzungen in acht gleiche Felder geteilt, vier oben, vier unten. Ein Schnitt durch die mittleren beiden Felder öffnet das Blatt in der Mitte. Schiebt man die beiden Enden zueinander, fächern die Felder zu einem Kreuz auf, das sich zu einem Heft zusammenlegen lässt. Die Seiten stehen deshalb nicht der Reihe nach auf dem Papier — die oberen vier stehen kopf. Das ist kein Fehler, sondern die Voraussetzung dafür, dass am Ende alles richtig herum im Heft steht.
Gedruckt wird nur eine Seite des Blattes. Die Rückseiten verschwinden im Heft: Titelseite und Seite 2 sind dieselbe Papierlage, verbunden durch den Querfalz, ebenso 3 und 4, 5 und 6, 7 und 8. Darum braucht der Achtseiter keinen Kleber.
Schritt für Schritt
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Lange Kante falten
Bedruckte Seite außen. Das Blatt quer in der Mitte falten, mit dem Daumennagel oder einem Falzbein scharf nachziehen, dann wieder öffnen.
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Kurze Kante falten
Jetzt hochkant in der Mitte falten, wieder scharf kneifen und öffnen.
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Türchen falten
Beide kurzen Seiten zur Mittelfalz einschlagen, kneifen, ganz aufklappen. Vor dir liegen acht Felder mit sichtbaren Falzkanten.
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Mitte einschneiden
Das Blatt hochkant zusammenlegen. Mit dem Cutter entlang der magentafarbenen Linie schneiden: Sie beginnt erst an der zweiten Falzkante, links neben Seite 1 wird nicht geschnitten. Von der Falzkante bis zur Mitte, genau eine Bahn tief, nicht weiter. Lineal anlegen, lieber zweimal leicht ziehen als einmal fest.
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Aufziehen
Flach öffnen, längs falten, dann beide Enden zueinander schieben. Der Schlitz öffnet sich, die vier Felder fächern zu einem Kreuz auf.
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Zum Heft pressen
Zusammendrücken, bis der Titel oben und die Rückseite unten liegt. Alle Kanten nachziehen. Fertig, ganz ohne Kleber.
Welches Papier, welche Größe
Die Seitengröße ergibt sich aus dem Bogen: Breite geteilt durch vier, Höhe geteilt durch zwei. Daraus entstehen diese gängigen Kombinationen.
| Bogen | Seite wird | etwa |
|---|---|---|
| A4 quer | 74 × 105 mm | A7 |
| A4 hoch | 53 × 149 mm | schmal, hochformatig |
| A3 quer | 105 × 149 mm | A6 |
| A3 hoch | 74 × 210 mm | schmal, hochformatig |
Papier zwischen 100 und 160 g/m² faltet sich gut. Dünner wellt sich beim Tintendruck, dicker bricht an der Falzkante und macht das Heft klobig. Für Fotos ist mattes Papier dankbarer als glänzendes, weil die Falzkante sonst glänzt und speckig wirkt.
Die drei häufigsten Fehler
Der Schnitt geht zu weit
Er darf nur durch die mittleren beiden Felder laufen. Wer bis zum Rand schneidet, zerteilt das Blatt und kann nicht mehr aufziehen.
Der Drucker skaliert
Im Druckdialog muss die Skalierung auf 100 Prozent stehen und „an Seitengröße anpassen“ aus sein. Sonst stimmen die Falzlinien nicht mehr mit den Feldern überein.
Zu früh mit gutem Papier gearbeitet
Druck zuerst das Faltmuster auf Kopierpapier. Darauf stehen große Seitenzahlen und in jedem Feld ein „oben“ — nach einem Durchgang weißt du, wo Falz, Schnitt und Rücken liegen.
Häufige Fragen
Wie viele Seiten hat ein Achtseiter?
Acht, inklusive Titelseite und Rückseite. Bleiben also sechs Seiten für Inhalt. Wer mehr braucht, druckt mehrere Teile und verbindet sie am Rücken — oder nimmt die Kreuzbruchlage, die aus einem doppelseitig bedruckten Blatt sechzehn Seiten macht.
Brauche ich Kleber?
Nein. Beim Achtseiter hält alles durch die Faltung. Kleber kommt erst ins Spiel, wenn mehrere Teile zu einem dickeren Heft verbunden werden.
Kann ein Foto über zwei Seiten laufen?
Ja, aber nur auf echten Paaren: Seite 2 und 3, 4 und 5, 6 und 7. Nur diese liegen im gefalteten Heft nebeneinander. Titel und Rückseite bleiben einzeln. Im Werkzeug lässt sich das pro Seite anhaken, der Assistent setzt es auf Wunsch gleich richtig.
Muss ich beidseitig drucken?
Nein, der Achtseiter wird einseitig gedruckt. Beidseitig wird erst die Kreuzbruchlage gedruckt, dort verdoppelt sich die Seitenzahl auf demselben Blatt.
Direkt loslegen
BOGEN legt deine Fotos in der richtigen Reihenfolge und Drehung auf den Bogen, zeichnet Falz- und Schnittlinien ein und legt die bebilderte Anleitung ans PDF. Kostenlos, ohne Anmeldung, und deine Bilder verlassen dabei dein Gerät nicht.